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Neue Sendereihe über Mitgliedsländer der V4-Gruppe

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 03.01.2017 13:55
  • Neue Sendereihe über Mitgliedsländer der V4-Gruppe
Mit dem Jahresanfang strahlt der Polnische Rundfunk ein neues Magazin aus, das den Visegradländern gewidmet ist.
Vizedirektor des Ersten Programms des Polnischen Rundfunks Marek Mądrzejewski.Vizedirektor des Ersten Programms des Polnischen Rundfunks Marek Mądrzejewski.

Mit dem Jahresanfang strahlt der Polnische Rundfunk ein neues Magazin aus, das den V4-Ländern gewidmet ist. Dies ist eine weitere gemeinsame Initiative der Medienvertreter, mit der Absicht die Bewohner der V4-Länder miteinander vertraut zu machen und gegenseitige Kenntnisse über die Mitglieder der Gruppe zu erweitern, erzählt in einem Gespräch mit Halina Ostas der Vizedirektor des Ersten Programms des Polnischen Rundfunks Marek Mądrzejewski.

HO: Herr Direktor, ab dem 1. Januar wird im Polnischen Rundfunk die Visegrad-Sendung ausgestrahlt. Das Projekt wird mit dem ungarischen und tschechischen Rundfunk gemeinsam umgesetzt. Was ist die Leitidee hinter diesem Magazin?

MM: Die Visegrad-Gruppe vereint Länder, die vielleicht nicht identisch sind, aber eine ähnliche Geschichte haben, was die Erfahrungen aus der kommunistischen Zeit angeht. In dem Moment, in dem wir in die Ära der Freiheit geschritten sind, hat es sich herausgestellt, dass die Probleme mit denen unsere Gesellschaften konfrontiert wurden und werden oftmals sehr ähnlich sind. Der Widerspruch liegt in der Tatsache, dass wir oft mehr über die Deutschen, Franzosen oder Engländer wissen, als über unsere nächstliegenden Nachbarn. Dazu kommt noch, dass wir trotz der Tatsache, dass wir gemeinsam zur Europäischen Union gehören, über das was in unseren Nachbarländern geschieht allein aus Brüssel erfahren. Deshalb haben wir beschlossen das zu ändern und wollen nun zu Informationen aus erster Quelle greifen. Zu demselben Entschluss sind auch andere Rundfunkanstalten gekommen mit denen wir das Projekt realisieren. Wir wollen miteinander zusammenarbeiten indem wir über unsere Gesellschaften sprechen, über Angelegenheiten, die für unsere Nachbarn von Interesse sein könnten, indem wir interessante Informationen aus erster Hand überliefern, so sieht die ganze Idee aus. Ein Wissensaustausch über gemeinsame Probleme, wenn es um die politische und wirtschaftliche Lage unserer Länder geht und wie diese Probleme innerhalb der V4 Gruppe gelöst werden.

Darüber hinaus wollen wir auch die Unkenntnis unserer Völker über die Kultur der Nachbarländer überwinden. In diesem Programm werden wir uns nicht nur darauf konzentrieren, was in der Politik wichtig ist, sondern wir werden auch versuchen unsere Gesellschaften einander näher zu bringen, indem wir nicht nur ihre Musik und Kunst präsentieren aber auch gemeinsame Ideen, wie zum Beispiel die grenzüberschreitende polnisch-tschechische Zusammenarbeit im Tourismus. Oder warum sollte unser Wissen über die ungarische Musik sich nur auf Lieder aus der Vergangenheit beschränken? Wir werden somit versuchen in all diese Bereiche hineinzuschauen und ich hoffe, dass wir in der Lage sein werden dieses Programm in einem halbstündigen Wochenmagazin zu präsentieren, das auf eine ungezwungene Weise in befreundeten Radiostationen in Ungarn und der Tschechischen Republik ausgestrahlt wird. Ich hoffe auch, dass die Slowakei ebenfalls an unserer Initiative teilnehmen wird.

HO: Werden die Programme in den Landessprachen geführt oder werden die Themen übersetzt?

MM: In der ersten Sendung haben wir zum Beispiel Beiträge aus dem ungarischen Radio Kosut verwendet. Hauptthema war das interaktive Sandor Petöfi Museum und was es zu bieten hat. Dieser Beitrag wurde von unseren ungarischen Kollegen vorbereitet und von uns übersetzt. Wir werden zudem über die Ereignisse aus dem Jahr 1956 nicht nur in Ungarn, sondern auch in Polen sprechen, als Teil einer Zusammenfassung des letzten polnisch-ungarischen Jahres.

Wir werden allerdings nicht nur über die Geschichte sprechen sondern auch über die Gegenwart. Über Sachen, die für Polen und für Ungarn von Bedeutung sein könnten. In der ersten Ausgabe haben wir auch nicht die Slowaken vergessen.

HO: Polen hält die Präsidentschaft in der Visegrad-Gruppe inne. Will der Polnische Rundfunk das auf irgendeine Weise betonen?

MM: Wenn die Visegrad-Gruppe eine wertvolle Initiative ergreifen wird, dann werden wir darüber natürlich berichten. Ich bin mir nicht sicher, ob die polnische Präsidentschaft in diesem Jahr so wichtig ist. Aufgrund der Größe unseres Landes, seinem Potenzial und der Position in der Europäischen Union denke ich aber, dass wir sowieso diese Gruppe anführen, ob wir es wollen oder nicht. Gott sei Dank, das wir uns dabei nicht mit allem allein befassen müssen. Mit Ungarn teilen wir in vielen Fällen die gleiche Sichtweise. Was aber die gemeinsame Sprache angeht, trotz eindeutiger Unterschiede zwischen der slawischen Sprache und der finno-ugrischen Gruppe, die für viele Menschen völlig unverständlich ist, trotz dieser verschiedenen Differenzen, werden wir sicherlich eine gemeinsame Sprache finden.

HO: An wen ist diese Visegrad-Sendung gerichtet? Sie wird im Ersten Programm ausgestrahlt. Liegt es dem Polnischen Rundfunk daran eine möglichst breite Anzahl von Zuhörern zu erreichen?

MM: Das hoffen wir. Wie unsere Zuhörerschaft aussehen wird, bleibt abzuwarten. Mit Sicherheit werden wir auch versuchen eine Rückmeldung zu erhalten, um herauszufinden, wer an dieser Art von Problematik interessiert ist. Danach können wir diese Sendung vielleicht genauer adressieren. Diese Programme sind allerdings an alle potentielle Zuhörer gerichtet.

HO: Gibt es bereits ein bewährtes Team, das für diese Sendungen verantwortlich ist?

MM: Wir haben bereits Personen bestimmt, die die Programm-Richtlinien umsetzen sollen. Es ist schwierig von einem bewährten Team zu sprechen, bevor die Sendung so richtig erst begonnen hat. Sicherlich nehmen an dem Programm Journalisten der politisch-gesellschaftlichen Redaktion teil sowie Journalisten und Redakteure, die sich auf dem laufenden mit internationalen Problemen befassen.



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