Durch Europa geht eine Kluft
PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski
01.02.2012 12:42
Die Kluft zwischen dem reichen und stabilen Norden Europas und dem in der Krise versunkenen Süden wird immer tiefer.
Gazeta Wyborcza: Durch Europa geht eine Kluft
Die Kluft zwischen dem reichen und stabilen Norden Europas und dem in der Krise versunkenen Süden wird immer tiefer, berichtet die Gazeta Wyborcza. Wenn man auf den Arbeitsmarkt beider Teile Europas guckt, merkt man dass es zwei verschiedene Welten sind. Während im Norden die Arbeitslosigkeit sinkt, war sie im Süden noch nie so hoch. Am besten ist die Lage in Österreich, Holland und in Deutschland, wo die Arbeitslosenzahl 5, 5 % beträgt. Zum Vergleich: in Polen beträgt sie fast 10%, aber das ist noch kein Grund zur Panik, beruhigt die Gazeta Wyborcza, denn in Polen war die Arbeitslosenzahl jahrelang eine der höchsten in Europa. Heute entspricht sie dem Durchschnitt. Am schwersten haben es junge EU-Bürger. 5, 5 Millionen unter Menschen unter 25 Jahren haben keine Arbeit und das bedeutet, dass ein Viertel aller EU Bürger arbeitslos ist. Der Chef der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, hat vorgeschlagen Arbeitsgruppen zu bilden, die sich mit dem Thema befassen soll. Geld für diesen Zweck soll auch bereitgestellt werden. 82 Milliarden Euro sollen für Praktika verwendet werden, um jungen Menschen den Start in den Beruf zu ermöglichen.
Dziennik Gazeta Prawna: Väter freuen sich über mehr Vaterschaftsurlaub
Auf dieses Jahr haben Väter in Polen schon seit langem gewartet. Dziennik Gazeta Prawna sieht einen wahren Boom voraus: denn ab Januar dürfen Väter zwei Wochen Vaterschaftsurlaub machen anstatt einem. Wichtig ist, dass man die Möglichkeit nutzt, bevor das Kind ein Jahr alt wird, denn danach verfallen die freien Tage. Die Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs auf zwei Wochen soll auch die demografische Lage Polens verbessern. Man hofft, dass mehr Kinder zu Welt kommen, wenn Frauen sich entlastet fühlen und dass auch die Arbeitgeber sich überzeugen lassen, dass die Geburt eines Kindes nicht nur ein Problem der Frauen ist. Laut Dziennik Gazeta Prawna lässt es sich nachweisen, dass so eine Politik z. B. in Schweden positive Auswirkungen hat.
In Polen machten nur sieben tausend Väter nach der Geburt ihres Kindes im letzten Jahr Urlaub. 2010 waren es fast doppelt so viele. Wahrscheinlich deshalb, weil sie schlau genug waren die freien Tage zu kumulieren, um mehr Zeit mit dem Kind verbringen zu können. Aber vielleicht lag der Grund auch woanders. Zum Beispiel darin, dass Väter gemerkt haben, dass ein Urlaub mit einem kleinen Kind gar nicht so viel mit Urlaub zu tun hat.
Rzeczpospolita: In Polen herrscht Nonen-Mangel
Bald wird es vielleicht keine Frauenkloster mehr in Polen geben, spekuliert die Rzeczpospolita. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Nonnen um 70% gesunken. Immer weniger Frauen entscheiden sich für ein Leben im Kloster. Ab 1990 ist die Tendenz sinkend. Grund dafür sollen kulturelle Änderungen sein, die das Leben der Frauen geprägt haben. Die meisten wollen einer beruflichen Karriere nachgehen. Etwas anders sieht es laut der Rzeczpospolita im Fall der Priester aus. Es lässt sich nämlich keine eindeutige Tendenz feststellen. In einem Jahr sind es mehr, im anderen wieder weniger, aber trotzdem bleibt Polen weiterhin das Land mit den meisten Priesterweihungen in Europa.
Autor: Magdalena Gwozdz
tags: