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„Marsch der Lebenden“ als Zeichen der Versöhnung

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 13.04.2018 13:09
Zuletzt war das Verhältnis zwischen Polen und Israel in einer Krise.
Foto: Pexels.com

Rzeczpospolita: „Marsch der Lebenden“ als Zeichen der Versöhnung

Am Holocaust-Gedenktag in Auschwitz haben gestern Menschen aus aller Welt teilgenommen. Der sogenannte "Marsch der Lebenden" wurde vom polnischen Staatspräsidenten Andrzej Duda sowie seinem israelischen Amtskollegen Reuven Rivlin begleitet.

Dies sei ein Signal der Versöhnung zwischen Israel und Polen, kommentiert die konservative Rzeczpospolita. Zuletzt war das Verhältnis beider Länder in einer Krise, nachdem in Polen ein kontroverses Gesetz verabschiedet wurde, das Strafen für diejenigen vorsieht, die der polnischen Nation die Verantwortung oder Mitverantwortung an den Nazi-Verbrechen des Zweiten Weltkriegs zuschreiben.

Das Gesetz hatte besonders in Israel und den USA für eine Welle der Empörung gesorgt. Kritiker sahen in dem Gesetz einen Angriff auf die Meinungsfreiheit sowie den Versuch, die historische Debatte über von Polen an Juden begangene Verbrechen zu zensieren.

In den letzten Wochen hätten sich die Beziehungen jedoch entspannt, lesen wir in der Rzeczpospolita. Zum Holocaust-Gedenktag seien Tausende Juden aus der ganzen Welt angereist. Die Teilnahme des israelischen Präsidenten sei eine bewusste Geste der Versöhnung seitens Jerusalem. Noch sei der Konflikt aber nicht beigelegt, so die Rzeczpospolita. In Israel erwarte man mit Spannung das Urteil des polnischen Verfassungsgerichts. Dieses wird entscheiden, ob das kontroverse Gesetz verfassungskonform sei, lesen wir in der Zeitung.

Rzeczpospolita: Neue Dokumente zeigen Ausmaß von Kriegsverbrechen gegen Warschauer Bevölkerung

Wir bleiben bei der Zeitung Rzeczpospolita und bei einem historischen Thema. Das Museum des Warschauer Aufstandes soll in Kürze eine einzigartige Sammlung von Dokumenten erhalten. Diese würden zeigen, in welchem Ausmaß die systematische Zerstörung der polnischen Hauptstadt schon im Jahre 1939 von den Deutschen geplant worden sei. Die historischen Dokumente seien von einer Privatperson auf der Auktionsplattform Ebay für rund 3.000 Euro ersteigert worden und werden nun an das Museum übergeben, berichtet die Rzeczpospolita. Die Dokumente enthielten Pläne für die Bombardierung von Krankenhäusern, Wasseraufbereitungsanlagen, Feuerwehrstationen und kulturellen Stätten. Es steche hervor, dass militärische Ziele eine viel geringere Rolle gespielt hätten, so ein in der Rzeczpospolita zitierter Historiker, Jaroslaw Zielinski. Die Dokumente seien ein Beweis dafür, dass Nazi-Deutschland schon 1939 einen systematischen Krieg gegen die Zivilbevölkerung Warschaus geführt habe, so Zielinski in der Rzeczpospolita.

Gazeta Wyborcza: Privatschulen als Flucht vor Bildungsreform

Die Zahl der Schüler auf nicht-öffentlichen und Grundschulen und weiterführenden Schulen sei in der letzten Zeit rasant gestiegen und betrage bereits über 160 Tausend, ein Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zu 2016, berichtet die linksliberale Gazeta Wyborcza. Dies sei eine Flucht der Eltern vor der kontroversen Schulreform aus dem letzten Jahr.

Derweil sei nicht nur die Zahl der Privatschüler, sondern auch der Privatschulen rasant gestiegen. Eltern würden so die Folgen der von Kritikern als chaotisch bezeichneten Reform für ihre Kinder abschwächen wollen. Bildungsexperten befürchten eine Vertiefung der Unterschiede zwischen Schülern auf privaten und öffentlichen Schulen, so die Gazeta Wyborcza.

Filip Żuchowski

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