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Polnische Firmen kämpfen um Ukrainer

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 12.06.2017 12:48
Die Publizisten zeigen sich heute besorgt nach der Abschaffung der Visumspflicht für Ukrainer.
Foto: Pexels.com

Rzeczpospolita: Macron kann Polen überraschen

Bisher hat die polnische Regierung Emmanuel Macron nicht sonderlich ernst genommen. Langsam sei es aber an der Zeit, diese Ansicht zu revidieren, schreibt in seinem Kommentar zum Wahlerfolg der Partei des französischen Präsidenten der Publizist der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita Jędrzej Bielecki.

Wenngleich Macrons Sieg in den Präsidentschaftswahlen noch den Korruptionsaffären zugeschrieben werden könne, in die seine Gegner verstrickt gewesen seien, so wecke die Art und Weise, in der der neue Präsident Vladimir Putin und Donald Trump die Stirn geboten habe schon authentischen Respekt.

Der wichtigste Test, so Bielecki, liege noch vor uns: In den kommenden Monaten plane Macron eine weitgehende Reform des Arbeitsmarktes, die die Arbeitslosigkeit senken und die Wirtschaft ankurbeln soll. Wenn ihm dies gelinge, könnte sich die deutsche Regierung schon im Herbst gemeinsam mit den Franzosen in eine tiefgreifende Reform der EU engagieren. Und es wäre nicht gut, wenn sich die polnische Regierung davon überraschen lassen würde, so Jędrzej Bielecki in der Rzeczpospolita.

In ähnlichem Ton auch der Kommentar des Politologen Marek Cichocki für die Rzeczpospolita. Sowohl der Brexit, als auch Trumps unvorhersehbare Politik und die nahende EU-Reform, so Cichocki, sollten die Regierung dazu motivieren, die Position Polens in der EU schnellstens neu zu überdenken, so Cichocki in der Rzeczpospolita.

Rzeczpospolita/Dziennik Gazeta Prawna: Polnische Firmen kämpfen um Ukrainer

Die Publizisten zeigen sich heute auch besorgt nach der Abschaffung der Visumspflicht für Ukrainer, die in die EU einreisen wollen. Der Grund: Seit dem 11. Juni können ukrainische Bürger 90 Tage lang ohne Visum im Schengenraum bleiben und von der vom Kabinett Szydło angekündigten neuen Immigrationsstrategie ist weit und breit nichts zu sehen. Dabei ist Polen derzeit auf Arbeitskräfte aus der Ukraine angewiesen, schreibt Dziennik Gazeta Prawna. Seit Januar, schreibt das Blatt, haben die polnischen Arbeitgeber 737 Tausend Erklärungen über die Anstellung von Ukrainern eingereicht, über 50 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Welche Anreize könnten die Ukrainer nach der Abschaffung der Visumspflicht davon abhalten, Polen zu verlassen und in Westeuropa ihr Glück zu versuchen?

Der erste Schritt, schreibt der Wirtschaftspublizist der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita, wäre die Einführung von kostenlosen Studiengängen z.B. im Austausch für die Verpflichtung einer mindestens fünfjährigen Anstellung in Polen nach Studienabschluss. Viel wichtiger noch, so Kowalczyk, wäre eine Karte des ständigen Aufenthalts. Man müsse den Menschen die Möglichkeit geben, die polnische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Ohne solche Anreize werden sich die in Polen arbeitenden Ukrainer mit der Zeit weiter gen Westen aufmachen. Und neue werden nicht auftauchen. Unser Nachbar ist keine unerschöpfliche Quelle von Saisonarbeitern, betont Kowalczyk im Kommentar für die Rzeczpospolita.

Rzeczpospolita/Gazeta Wyborcza: Vom selben Planeten wie Messi und Ronaldo

Und noch eine Prise Sport:

Am Samstagabend hat Polen das Qualifikationsspiel für die Fußball-WM in Russland gegen Rumänien souverän gewonnen. Nach dem 3:1 und dem schon dritten Hattrick von Robert Lewandowski auf dem Warschauer Nationalstadion, vergleicht die Rzeczpospolita den Kapitän der polnischen Nationalmannschaft zu Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.

In den letzten sieben Spielen der Nationalelf, erinnert Rzeczpospolita, habe Lewandowski 15 Tore geschossen, in allen 53 Spielen der letzten Saison, sowohl für die Nationalmannschaft als auch für Bayern, traf er 54 Mal ins Netz. Zum Vergleich: Die Bilanz von Cristiano Ronaldo seien 54 Tore in 52 Spielen für Real Madrid und Portugal, Messi habe in 57 Spielen für Barcelona und für Argentinien 57 Tore geschossen. Es gebe derzeit keine anderen Spieler auf der Welt, die sich mit ähnlichen Statistiken brüsten könnten. Nun brauche Lewandowski nur noch ein großes Turnier, in dem sein Talent in vollem Glanz erstrahlen kann.

Und von diesem trenne die polnische Nationalelf, die nach dem Sieg über Rumänien im Fifa-Ranking auf den siebten Platz vorrückt nicht mehr viel, fügt die Gazeta Wyborcza hinzu. Zum Ende der Qualifikationen, lesen wir, bleiben nur noch 4 Spiele. Polen habe in der Gruppe sechs Punkte Vorsprung vor Dänemark und Montenegro und könnte sich den Einzug in die WM bei einem Sieg gegen Dänemark und Kasachstan schon in den kommenden zwei Spielen sichern, so Gazeta Wyborcza.

Adam de Nisau

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