Flugzeugabsturz von Smolensk: Gedenken und Protest
PR dla Zagranicy
Adam de Nisau Adam de Nisau
11.04.2012 11:54
Die Partei Recht und Gerechtigkeit nutzte den zweiten Jahrestag für einen Trauermarsch aber auch für Proteste und Kundgebungen.
Am zweiten Jahrestag des Flugzeugunglücks von Smolensk vom 10. April 2010 ist in Warschau und am Unglücksort in Russland der 96 Opfer gedacht worden. In Smolensk verweilte eine Delegation, u.a. mit Kulturminister Bogdan Zdrojewski, auf dem Warschauer Ehrenfriedhof Powazki nahmen u.a. Staatschef Bronislaw Komorowski und Premier Donald Tusk an der offiziellen Gedenkveranstaltung teil.
Lech Kaczynskis Zwillingsbruder Jaroslaw und seine Partei Recht und Gerechtigkeit, kurz PiS, nutzten den zweiten Jahrestag ebenfalls für einen Trauermarsch aber auch für Proteste und Kundgebungen. Mehrere Tausend PiS-Anhänger und Sympathisanten der polnischen Rechte versammelten sich vor dem Präsidentenpalast. Höhepunkt der Kundgebung, die sich vor allem gegen die Regierung von Premier Donald Tusk aber auch den offiziellen Regierungsbericht zur Smolensk-Flugzeugkatastrophe richtete, war eine Rede von Jaroslaw Kaczynski. Darin erklärte Jaroslaw Kaczynski, dass sein Bruder Lech als Präsident „ermordet worden“ sei.
„Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen, und wir vergessen sie nicht. Denn wir kommen Monat für Monat hierher und gedenken ihrer. Es wird nicht gelingen, sie schlechtzureden oder zu kompromittieren, auch wenn das versucht wird.“
Vor der russischen Botschaft in Warschau zündeten ein paar hundert wütende Demonstranten ein Feuer an und tanzten darum. Darüber ließen sie eine Donald-Duck-Figur baumeln mit einem Transparent mit der Aufschrift „Mörder“.
Zwei Jahre ist es her, dass der polnische Präsident Lech Kaczynski, seine Frau Maria und weitere 94 Personen bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe der russischen Stadt Smolensk ums Leben gekommen sind. Sie waren unterwegs, um die Opfer der stalinistischen Opfer von Katyn zu gedenken. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt, die Militärstaatsanwaltschaft in Warschau hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.
IAR/mn
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