Nobelpreisträger Yunus zu Gast in Polen
PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski
01.02.2012 12:34
Armut sei die größte Bedrohung für den Frieden, so der Wirtschaftswissenschaftler und Friedensnobelpreisträger in Warschau.
PAP/Jacek Turczyk
Der Wirtschaftswissenschaftler und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ist heute zu Gast in Warschau. Auf Einladung von Präsident Bronislaw Komorowski nimmt er an einem Seminar über die Herausforderungen der sozialen Wirtschaftspolitik teil. Yunus ist Gründer der Grameen Bank in seiner Heimat Bangladesch. Sie vergibt Kleinstdarlehen an Arme, um ihnen den Aufbau einer beruflichen Existenz zu ermöglichen. Für das Konzept der Mikrokredite wurde Yunus 2006 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Im Vorfeld der Konferenz sagte der Wirtschaftswissenschaftler, dass Armut die größte Bedrohung für den Frieden sei. Das bisherige Wirtschaftssystem müsse von Grund auf reformiert werden, um die sozialen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen zu können: „Krisen geben uns auch immer neue Möglichkeiten. Während einer ernsthaften Krise muss man etwas unternehmen, etwas ändern. In einer normalen Situation ändert man nichts, weil alles funktioniert. Aber wenn Dinge – so wie heute – nicht funktionieren, dann ist das ein guter Zeitpunkt, um sich über Änderungen Gedanken zu machen.“
Yunus bleibt noch bis Donnerstag in Polen. Neben seiner Teilnahme an dem Seminar im Präsidentenpalast ist für heute Abend ein Treffen mit Studenten in der Warschauer Universitätsbibliothek geplant.
IAR/fz
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