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Tauziehen um Unabhängigkeitsmarsch

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 08.11.2018 11:52
Nachdem die Warschauer Stadtpräsidentin Hanna Gronkiewicz-Waltz den Marsch von der rechtskonservativen Gruppierung ONR verboten hatte, schlagen Regierung und Präsident einen gemeinsamen weiß-roten Marsch vor. Aber auch ONR gibt seine Pläne nicht auf.
Members of the National Radical CampMembers of the National Radical CampPhoto: wikimedia commons/efka de

Heftiges Tauziehen um Unabhängigkeitsmarsch. Nachdem die Warschauer Stadtpräsidentin Hanna Gronkiewicz-Waltz den Unabhängigkeitsmarsch der rechtskonservativen Gruppierung ONR unter Berufung auf Sicherheitsbedenken gestern verboten hatte, schlagen Staatspräsident Andrzej Duda und Ministerpräsident Mateusz Morawiecki vor, diesen durch einen gemeinsamen weiß-roten Marsch zu ersetzen. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung soll, laut dem während eines Krisentreffens beider Politiker, entworfenen Plan Staatspräsident Andrzej Duda übernehmen, für die Organisation soll indes die Regierung verantwortlich sein.

Wie der Sprecher des Staatspräsidenten betonte, wird sich die Strecke des Regierungsmarsches mit der des verbotenen Unabhängigkeitsmarsch decken. Andere Märsche auf derselben Trasse seien daher nicht mehr zulässig. Alle Lager, sowohl von links als auch rechts, so der Präsidentensprecher, seien eingeladen.

"Der Unabhängigkeitsmarsch wird trotzdem stattfinden"

Währenddessen kündigen die Organisatoren des Unabhängigkeitsmarsches an, ihre Kundgebung, trotz des Verbots der Stadtpräsidentin, durchführen zu wollen. "Dieser Marsch wird stattfinden, auch wenn er als spontane Versammlung stattfinden müsste", betont der Vize-Chef des Verbands "Unabhängigkeitsmarsch" Witold Tumanowicz und kündigt an, Berufung von der Entscheidung einzulegen. Der Sprecher des National-Radikalen Lagers bezeichnete das Verbot als skandalös. Seiner Meinung nach wolle Gronkiewicz-Waltz die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Polens sabotieren.

Hintergrund: Bei den Unabhängigkeitsmärschen der rechtskonservativen Gruppierungen war es in der Vergangenheit wiederholt zu Ausschreitungen und Rangeleien mit der Polizei gekommen. In diesem Jahr werden die Feierlichkeiten am 11. November zusätzlich vor dem Hintergrund eines laufenden Polizeistreiks stattfinden.

Aus Anlass des runden Jubiläums hat das Parlament auch den auf den kommenden Montag fallenden 12. November zu einem Feiertag erklärt.

IAR/adn

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