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wPolityce: Trotz Informationskrieg. Ukrainer mögen Polen am meisten

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 12.06.2018 13:44
Polen hat heute in der Ukraine keine gute Presse. An der Grundstimmung gegenüber dem Land ändert das jedoch wenig, wie das regierungsnahe Portal berichtet.


Do Rzeczy: Gesamtes geopolitische System der Welt wird sich verändern

Die bestehende Weltordnung wird sich verändern. Vielleicht steht uns sogarder größte Wandel seit 500 Jahren bevor, lesen wir im nationalkonservative Wochenblatt Do Rzeczy, das in der aktuellen Ausgabe den Geostrategen Jacek Bartosiak zitiert. Für Polen, zitiert das Tagesblatt den Analytiker, sei der immer deutlichere Aufstieg Chinas allerdings eine viel geringere Bedrohung, als die früheren geopolitischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Russland. Und vor allem vor dem Hintergrund der chinesischen Pläne, eine Seidenstraße zu bauen, sei der geplante Bau des zentralen Kommunikations-flughafens in Polen eine sehr gute Entscheidung. Dieser habe einen viel besseren Standort als deutsche Flughäfen und könnte eine wichtige Schnittstelle sowohl zwischen Asien und Europa sowie zwischen Amerika und Asien werden, zitiert das Wochenblatt Do Rzeczy den Geostrategen Jacek Bartosiak.

Forsal: Schwarze Wolken über Deutschland. Berlin könnte sich um Warschaus Unterstützung bemühen

Berlin hat es in letzter Zeit nicht einfach und dass nicht nur in Europa, sondern auch in Übersee, lesen wir auf dem Finanzportal Forsal.pl. Umso mehr könnte Berlin sich um die Unterstützung von Warschau bemühen. Am 19. Juni, also kurz nach dem neulichen Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, trifft sich, wie das Portal erinnert, Angela Merkel erneut mit dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki. Das Treffen finde vor dem Hintergrund von Deutschlands Spannungen mit den USA, aber auch Problemen auf europäischer Arena statt. So habe die neue italienische Regierung bereits den neuen EU-Migrationsvorschlag, von dem Deutschland abhängig war, torpediert. Auch das neue spanische Kabinett sei für Merkel ein unsicherer Verbündeter. Der neue Chef der spanischen Regierung wolle mehr als sein Vorgänger eine Debatte über die Vertiefung der Integration im Euroraum führen. Madrid stehe in dieser Frage näher zu Frankreich als Deutschland, das die Reform des Eurolands verzögert, behauptet Forsal. Daher werde Berlin den Dialog mit Warschau fortsetzen wollen. Und Polen habe dadurch die Chance, sich mit Berlin in wichtigen Fragen zu einigen und einen politischen Kompromiss zu erzielen, lesen wir auf Forsal.pl.

wPolityce: Trotz Informationskrieg. Ukrainer mögen Polen am meisten


Polen hat heute in der Ukraine keine gute Presse. Im Informationsraum dominieren zwei Ansichten über polnische Angelegenheiten: die aus Berlin und die aus Moskau, behauptet der erfahrene Publizist Grzegorz Górny im regierungsnahen Online-Blatt wPolityce. So gelangen Nachrichten über Polen laut Górny am häufigsten über Medien, wie die Deutsche Welle, die DPA, Süddeutsche Zeitung oder russische TASS, Moskowskij Komsomelec oder lenta.ru in die Ukraine. "Verleger in der Ukraine kopieren oft deutsche oder russische Klischees über unser Land", schreibt Górny. Zudem seien sogenannte "Trolls" sind im Internet aktiv und vervielfachen Berichte über antiukrainische Vorfälle in Polen und wachsende Feindseligkeiten der Polen gegenüber Ukrainern. In dieser Situation, so Górny, wäre es eigentlich nicht seltsam, dass Ukrainer keine Sympathie für Polen empfinden. Laut einer aktuellen Umfrage, mögen die meisten Ukrainer gerade Polen unter allen Nationen der Welt am meisten. 90 Prozent der Befragten in Kiew sollen eine solche Ansicht vertreten. Beliebt seien auch die EU, Weißrussland und die USA. Und was nicht überraschen dürfte, Russland ist ebenfalls auf der Liste, schreibt Górny. Interessant seien auch die Ergebnisse einer anderen Umfrage, die gleichzeitig vom Kiewer Internationalen Institut für Soziologie durchgeführt wurde. Die Studie betreffe Ukrainer, die die Absicht haben, auszuwandern. Wie sich herausstellt, wollen die meisten von ihnen in Polen leben. Andere beliebte Migrationsziele seien die Tschechei und Deutschland. Die wenigsten wollen in die USA oder nach Kanada auswandern. Diese Ergebnisse zeigen, dass die massive Propaganda gegen Polen keine richtige Wirkung hat, so das Fazit von Grzegorz Górny im Portal wPolityce.pl.

Autor: Piotr Siemiński

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