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"Widerlicher Propagandist" vs. Anschlag auf Meinungsfreiheit - TVP und Opposition streiten über Mein

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 16.05.2018 12:11
Nachdem die Vertreter dreier Oppositionsparteien die Entlassung eines ihrer Publizisten gefordert hatten, schreibt TVP heute in einer offiziellen Erklärung über einen präzedenzlosen Versuch, politischen Einfluss auf Journalisten zu nehmen.
Photo: IAR/Krystian DobuszyńskiPhoto: IAR/Krystian Dobuszyński

Opposition und das nationale Fernsehen TVP geraten sich zu Meinungsfreiheit in die Haare. Nachdem die Sprecher der oppositionellen Bürgerplattform, Nowoczesna und PSL gestern bei einer Pressekonferenz die Entlassung des Publizisten Michał Rachoń gefordert hatten, schreibt TVP heute in einer offiziellen Erklärung über einen präzedenzlosen "so brutalen Versuch", die Arbeit eines polnischen Journalisten politisch zu beeinflussen. "Die Politiker der Opposition", lesen wir in der Erklärung, "haben in der Vergangenheit TVP-Journalisten wiederholt mit einer Entlassung nach einer eventuellen Machtübernahme gedroht. (...) Aber zum ersten Mal fordern die Vertreter dreier Parteien, im Gebäude des Parlaments, direkt die Entlassung eines konkreten Journalisten, da ihnen die von ihm gestellten Fragen nicht gefallen." Dieselben Oppositionspolitiker, die so häufig von Meinungsfreiheit und journalistischen Standards sprechen, heißt es weiter, würden den Journalisten den Mund verbieten wollen.

Hintergrund: Rachoń, der das publizistische Programm "Woronicza 17" leitet, hatte sich bei einer der Ausgaben des Programms auf Medienberichte berufen, laut denen der wegen Korruptionsverdacht verhaftete Bürgerplattformpolitiker Stanisław Gawłowski ein Freudenhaus in seiner Wohnung geführt haben soll. Die Studiogäste haben ihn daraufhin während der Sendung unter anderem anderem als "widerlichen Propagandisten" bezeichnet.

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