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Unverschämter Vorfall. Siemens verliert Turbinen.

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 14.07.2017 14:03
Siemens verliert seine Turbinen. Sie tauchen auf der Krim wieder auf. Hat Deutschland die Sanktionen gebrochen?
Fot. Siemens.de

Noch ist der Skandal mit der Lieferung von Siemens Gasturbinen an die besetzte Krim nicht verstummt und es kommen weitere Informationen über nächste Lieferungen, trotz westlicher Sanktionen gegen Russland, ans Tageslicht.

Verlorene Turbinen

Zwei Reuters-Reporter informieren, dass im Feodosia Hafen auf der besetzten Krim zwei neue Gasturbinen des deutschen Siemens Unternehmens eingetroffen sind. Reuters kann zwar die Angehörigkeit der Ausrüstung nicht bestätigen aber sie sehen aus wie die Turbinen des deutschen Unternehmens.

Siemens hat zugegeben, dass mindestens zwei von vier Turbinen, die an den russischen Technopromexport verkauft wurden, in der Krim eingetroffen sind. Der Fall wurde an das Gericht in Moskau weitergeleitet, zumal jedwede wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der besetzten Halbinsel durch US-Sanktionen und die Europäische Union verboten ist. Siemens erwartet, dass die Russen die Turbinen nach Taman verfrachten, das mit keinen Sanktionen belegt ist und der offizielle Lieferort für Siemens gewesen war.

Der Siemens-Sprecher Yashar Azad hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen weiterhin Fakten sammelt, die den Aufenthalt der Turbinen auf der Krim sowie ihre tatsächliche Lage erklären. Weitere Kommentare lehnte er ab.

Unverschämter Vorfall

Nach Meinung von Experten aus dem Energiesektor, mit denen das Portal BiznesAlert.pl gesprochen hat, wäre es für ein Unternehmen wie Siemens schwierig solch kostbare Gasturbinen zu „verlieren“. - Dies kann ein Versuch sein die Verantwortung für den Verstoß gegen die Sanktionen gegen Russland abzuwerfen - sagt einer der Experten. - Es ist genau wie mit den Erklärungen, dass das umstrittene Nord Stream 2 Projekt ein Venture-Unternehmen ist, das von den Regierungen in Berlin und Moskau unabhängig ist. Das ist dreist - sagt ein anderer Experte.

Riskantes Spiel um die Unabhängigkeit der Krim von der Ukraine

Russland braucht insgesamt vier Gasturbinen, um die Gaskraftwerke anzutreiben, die die besetzte Halbinsel von Energielieferungen aus der Ukraine unabhängig machen würden. Zwei sollen in Sewastopol und die anderen zwei in Simferopol eintreffen. Die Bundesregierung hat davor gewarnt, dass die unsachgemäße Verwendung der Gasturbinen von Seiten Russlands künftigen deutschen Investitionen in Russland schaden könnte.

Reuters/BiznesAlert/Wojciech Jakóbik

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